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Akkuschrauber Vergleich: Makita vs Bosch vs DeWalt
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Drei Akkuschrauber, drei Philosophien: Makita setzt auf Ausdauer, Bosch Professional auf Präzision, DeWalt auf rohe Kraft. Wer nach einem neuen 18-Volt-Akkubohrschrauber sucht, steht vor genau dieser Entscheidung — und Marketingversprechen helfen hier wenig. Ich habe alle drei Systeme auf der Baustelle und in der Werkstatt eingesetzt.
Die Kandidaten im Überblick
| Kriterium | Makita DDF487 | Bosch GSR 18V-90 | DeWalt DCD791 |
|---|---|---|---|
| Max. Drehmoment | 40 Nm | 64 Nm | 70 Nm |
| Gewicht (ohne Akku) | 1,4 kg | 1,1 kg | 1,7 kg |
| Leerlaufdrehzahl | 0–1.900 U/min | 0–2.100 U/min | 0–2.000 U/min |
| Bohrfutter | 13 mm | 13 mm | 13 mm |
| Preis (Solo) | ca. 110 € | ca. 130 € | ca. 125 € |
Makita DDF487: Der Dauerläufer
Der Makita ist seit Jahren das Arbeitstier auf deutschen Baustellen — und das hat Gründe. Nicht das höchste Drehmoment, nicht das niedrigste Gewicht, aber eine Kombination, die in der Praxis einfach funktioniert. Der bürstenlose Motor läuft effizient, die 18V-LXT-Akkus halten bei normaler Schraubarbeit locker einen ganzen Arbeitstag.
Was mich überzeugt: Die Drehmomentkupplung rastet sauber ein und lässt sich blind einstellen. Wer täglich 200 Schrauben in Trockenbauwände dreht, weiß das zu schätzen. Die Ergonomie ist solide — der Griff liegt gut, auch mit Handschuhen.
Schwäche: Bei harten Schraubfällen in Hartholz oder bei langen Holzbohrern fehlt im Vergleich etwas Drehmoment. Für Möbelbau und Innenausbau reichen die 40 Nm aber locker.
Bosch GSR 18V-90: Der Präzise
Bosch Professional hat den GSR 18V-90 komplett überarbeitet — und das Ergebnis ist beeindruckend. Mit nur 1,1 kg ist er der leichteste im Vergleich, trotzdem liefert er 64 Nm Drehmoment. Das liegt am neuen BiTurbo-Motor, der bei Bedarf aus dem ProCORE-Akku mehr Strom zieht.
In der Praxis fällt sofort auf: Der Schwerpunkt liegt perfekt. Überkopfarbeiten an Deckenunterkonstruktionen gehen damit deutlich weniger in die Arme als mit schwereren Modellen. Die elektronische Drehmomentsteuerung über Kickback Control ist ein echtes Plus — der Schrauber stoppt sofort, wenn der Bohrer blockiert.
Nachteil: Das ProCORE-System ist teuer. Ein 5,5-Ah-Akku kostet um die 100 €. Und die volle Leistung entfaltet der Schrauber nur mit diesen Akkus — Standard-Bosch-18V-Akkus funktionieren, aber das Extra-Drehmoment bleibt dann aus.
DeWalt DCD791: Die rohe Kraft
DeWalt kommt aus der amerikanischen Bautradition und das merkt man. Der DCD791 ist mit 70 Nm der drehmomentstärkste in dieser Runde. In der Hand fühlt er sich massiver an — 1,7 kg ohne Akku sind spürbar mehr. Dafür bekommst du einen Schrauber, der auch 8er-Bohrungen in Hartholz ohne zu zögern durchzieht.
Das Metallgetriebe verträgt Dauerlast, die Kühlung ist gut dimensioniert. Im Langzeittest über mehrere Monate zeigt sich: DeWalt-Schrauber sind robust gebaut. Plastikgehäuse nehmen Stürze gut weg, das Bohrfutter wackelt auch nach tausenden Einsätzen nicht.
Schwäche: Für filigrane Arbeiten wie Möbelscharniere oder dünne Leisten ist der DCD791 fast zu kräftig. Die Kupplung rastet etwas grob, Feineinstellungen sind weniger präzise als bei Bosch.
Welcher Akkuschrauber für welchen Einsatz?
- Trockenbau und Innenausbau: Makita DDF487 — leicht genug für Überkopf, zuverlässig für Serienarbeit
- Möbelbau und Feinarbeit: Bosch GSR 18V-90 — Präzision und geringes Gewicht machen den Unterschied
- Holzbau und schwere Montage: DeWalt DCD791 — wenn Drehmoment zählt und Gewicht egal ist
- Heimwerker mit gemischten Aufgaben: Makita — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und das größte Akku-Ökosystem
Akku-Systeme und Langzeitkosten
Alle drei Hersteller nutzen 18V-Systeme mit breitem Gerätepark: Makita LXT (über 300 Geräte), Bosch Professional 18V (über 200 Geräte), DeWalt XR (über 250 Geräte). Wer bereits Akkus eines Systems besitzt, bleibt sinnvollerweise dabei — die Akkukosten machen bei einem Komplettneukauf 40-50 % des Gesamtpreises aus.
Preis-Vergleich für Schrauber + 2 Akkus (2 × 5 Ah) + Ladegerät + Koffer: Makita DDF487RTJ ca. 290 Euro, Bosch GSR 18V-90 + Starterset ca. 320 Euro, DeWalt DCD791P2T ca. 280 Euro. Die Einzelpreise für Ersatzakkus: Makita BL1850B ca. 55 Euro, Bosch ProCore 18V 5.0Ah ca. 65 Euro, DeWalt DCB184 ca. 50 Euro.
Fazit: Es gibt keinen Testsieger — nur den richtigen für dich
Alle drei Akkuschrauber sind professionelle Werkzeuge, die ihren Job gut machen. Die Entscheidung hängt an drei Fragen: Welches Akku-System hast du schon? Was ist dein Haupteinsatzzweck? Und wie wichtig ist dir Gewicht?
Egal für welches System du dich entscheidest — kauf als Solo-Gerät und investier das gesparte Geld in vernünftige Akkus. Ein 5-Ah-Akku holt aus jedem dieser Schrauber deutlich mehr heraus als der mitgelieferte 2-Ah-Winzling.
Sicherheitshinweis
Trage bei allen Arbeiten geeignete Schutzausrüstung. Beachte die Sicherheitshinweise der Werkzeughersteller.
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