Benötigtes Werkzeug
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Werkbank selber bauen: Stabil, mobil und unter 200 Euro
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Eine gute Werkbank ist das Fundament jeder Werkstatt. Sie muss stabil stehen, Schläge und Vibrationen aushalten und auf der richtigen Höhe sein. Kaufbare Werkbänke unter 200 Euro wackeln meistens, selbst gebaute nicht. Hier ist die Anleitung für eine Werkbank, die hält, was sie verspricht.
Die Konstruktion: Überblick
Die Werkbank besteht aus einem Rahmen aus Konstruktionsholz (KVH), einer Multiplexplatte als Arbeitsfläche und optionalen Rollen für Mobilität. Die Maße: 150 cm breit, 60 cm tief, 90 cm hoch (anpassbar an deine Körpergröße). Gesamtgewicht: ca. 45 kg, schwer genug für Stabilität, leicht genug zum Verschieben auf Rollen.
| Bauteil | Material | Maße | Menge |
|---|---|---|---|
| Arbeitsplatte | Multiplex Birke 27 mm | 150 × 60 cm | 1 Stück |
| Beine | KVH 8 × 8 cm | 84 cm (je nach Höhe) | 4 Stück |
| Zargen (lang) | KVH 6 × 8 cm | 134 cm | 2 Stück |
| Zargen (kurz) | KVH 6 × 8 cm | 44 cm | 2 Stück |
| Ablageboden | OSB 18 mm | 134 × 44 cm | 1 Stück |
| Schwerlast-Rollen | Ø 75 mm, mit Bremse | - | 4 Stück |
Materialliste und Kosten
Alle Materialien bekommst du im Baumarkt. Lass die Multiplex-Platte direkt im Markt zuschneiden, der Zuschnitt-Service kostet 0,50–1 Euro pro Schnitt und spart dir den Kampf mit der Handkreissäge auf dem Parkplatz.

- Multiplex Birke 27 mm (150×60 cm): ca. 45 €
- KVH-Balken 8×8 cm (4 × 84 cm): ca. 20 €
- KVH-Balken 6×8 cm (2 × 134 cm + 2 × 44 cm): ca. 15 €
- OSB-Platte 18 mm (Ablageboden): ca. 10 €
- Schwerlast-Rollen 4 Stück: ca. 25 €
- Schlossschrauben M8×100 mm (8 Stk.): ca. 8 €
- Holzschrauben 5×70 mm (20 Stk.): ca. 5 €
- Unterlegscheiben, Muttern, Leim: ca. 10 €
Gesamtkosten: ca. 140–160 Euro
Schritt 1: Rahmen zusammenbauen
Der Rahmen besteht aus vier Beinen und vier Zargen, die ein Rechteck bilden. Die Zargen werden bündig an die Innenseiten der Beine geschraubt. Verwende pro Verbindung zwei Schlossschrauben M8×100 mm, die sind stärker als jede Holzschraube und lassen sich bei Bedarf nachziehen.
Bohre die Löcher mit einem 8-mm-Holzbohrer vor. Die Schlossschrauben werden von außen durch das Bein und durch die Zarge geschoben, innen mit Unterlegscheibe und Mutter gesichert. Das ergibt eine bombenfeste Verbindung, die auch bei starken Hammerschlägen nicht wackelt.
Richte den Rahmen mit einem Winkel im 90-Grad-Winkel aus, bevor du die Muttern festziehst. Ein schiefer Rahmen lässt sich nachträglich kaum korrigieren.
Schritt 2: Ablageboden einhängen
Der Ablageboden sitzt auf halber Höhe zwischen den Zargen. Schraube vier Winkel (Holz oder Metall) als Auflagen an die Innenseiten der Beine, lege die OSB-Platte darauf. Der Boden muss nicht verschraubt werden, das Eigengewicht plus die aufgelagerten Materialien halten ihn an Ort und Stelle.
Der Ablageboden dient gleichzeitig als diagonale Aussteifung: Ohne ihn kann der Rahmen seitlich kippen. Mit ihm steht die Werkbank felsenfest.

Schritt 3: Arbeitsplatte montieren
Die Multiplex-Platte wird von unten durch die Zargen auf den Rahmen geschraubt. Acht Schrauben 5×40 mm, von unten durch die Zarge in die Platte, so sind keine Schraubenköpfe auf der Arbeitsfläche sichtbar.
Multiplexplatten aus Birke sind extrem belastbar: 27 mm Birke-Multiplex hält einem Schraubstock mit 100 kg Spannkraft stand, ohne sich zu verformen. Keine Spanplatte und kein MDF kann das.
Schritt 4: Rollen montieren
Schwerlast-Rollen mit Bremse kommen unter die Beine. Vier Rollen mit je 75 mm Durchmesser und mindestens 50 kg Tragkraft pro Rolle reichen für eine Werkbank dieser Größe. Achte auf Rollen mit Feststellbremse, die Bank muss beim Arbeiten absolut fest stehen.
Verschraube jede Rolle mit 4 Schrauben (5×30 mm) direkt in die Stirnseite der Beine. Ein Tropfen Holzleim in jedes Schraubloch verhindert, dass sich die Schrauben durch Vibrationen lösen.

Schraubstock-Montage und Spannmöglichkeiten
Ein Schraubstock gehört auf jede Werkbank. Für Holzarbeiten eignet sich ein Vorderzangen-Schraubstock (ab 40 Euro) besser als ein Metallschraubstock, die breiten Holzbacken halten Werkstücke flächig und hinterlassen keine Druckstellen. Montiere den Schraubstock so, dass die bewegliche Backe bündig mit der Vorderkante der Platte abschließt. So kannst du lange Bretter vertikal einspannen, ohne dass sie am Bankkasten anstoßen.
Ergänze den Schraubstock durch Bankhaken: 20-mm-Löcher in regelmäßigen Abständen (ca. 15 cm) entlang der Plattenvorderkante und in einer Reihe quer dazu. In diese Löcher steckst du runde Bankhaken aus Holz oder Metall, gegen die du Werkstücke mit dem Schraubstock spannen kannst. Für Werkstücke, die flach auf der Platte liegen müssen (beim Hobeln oder Schleifen), sind Niederhalter mit Exzenter-Klemme die beste Lösung, ab 12 Euro pro Stück.
Ergänzungen unter 50 Euro
Diese Aufrüstungen machen die Bank sofort besser:
- Werkzeugleiste an der Rückwand: Ein 15-cm-breites Brett vertikal an der hinteren Plattenkante montiert. Darauf Haken, Magnetleisten oder Bohrungen für Schraubendreher. Kosten: unter 10 Euro.
- Schublade unter der Platte: Vollauszüge (2 Stück à 8 Euro) plus eine Sperrholzschublade. Perfekt für Handwerkzeug, das griffbereit sein muss.
- Steckdosenleiste: Eine 4-fach-Steckdose mit Schalter, seitlich an die Bank geschraubt. Spart den Weg zur Wandsteckdose bei jedem Werkzeugwechsel.
- Gummimatte als Auflage: Eine 3-mm-Werkbankmatte (ca. 20 Euro/m²) verhindert, dass Werkstücke beim Bearbeiten verrutschen und schützt empfindliche Oberflächen vor Druckstellen.
Optionale Upgrades
Die Basis-Werkbank ist fertig, aber ein paar Ergänzungen machen sie deutlich praktischer:
- Schraubstock (ca. 30–60 €): Am besten ein 125-mm-Modell mit drehbarem Fuß. An der linken oder rechten Ecke der Platte montieren.
- Steckdosenleiste unter der Platte (ca. 15 €): Von unten an die Zarge geschraubt, immer griffbereit, nie im Weg.
- Werkzeughalter an der Seite (ca. 10 €): Ein French-Cleat-Streifen an der Längsseite hält Zangen, Hämmer und Schraubendreher in Reichweite.
- MDF-Opferplatte (5 €): Eine dünne MDF-Platte auf der Arbeitsfläche schützt die Multiplex-Platte beim Schneiden und Bohren. Wenn sie hinüber ist, wird sie für 5 Euro ersetzt.
Diese Werkbank trägt alles, was du draufstellst. Sie ist stabil genug für einen Schraubstock, mobil genug zum Verschieben und günstig genug, um sie ohne schlechtes Gewissen zu bearbeiten. Wer sie einmal gebaut hat, versteht, warum gekaufte Werkbänke für unter 200 Euro meistens enttäuschen: Stabilität braucht Masse und solide Verbindungen, und beides gibt es nicht zum Dumpingpreis.
Sicherheitshinweis
Trage bei allen Arbeiten geeignete Schutzausrüstung. Beachte die Sicherheitshinweise der Werkzeughersteller.
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