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Weinregal aus Holz bauen: 3 Designs zum Nachmachen
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Ein Weinregal aus Holz verbindet Funktion mit handwerklichem Anspruch. Ob Wandregal für sechs Flaschen oder freistehender Schrank für 30, die Konstruktion muss stabil sein, die Flaschen sicher halten und zum Einrichtungsstil passen. Hier findest du drei Designs mit konkreten Maßen und Bauanleitungen.
Design 1: Wandregal mit schrägen Fächern
Das einfachste Weinregal besteht aus einem Rahmen mit schrägen Zwischenböden. Die Flaschen liegen leicht geneigt (ca. 10–15°), der Korken zeigt nach unten, optimal für die Lagerung. Du brauchst: zwei Seitenteile (800 × 200 × 18 mm), 6–8 Zwischenböden (280 × 200 × 18 mm) und einen Boden plus Deckel.
Die Zwischenböden werden in einem Winkel von 10° in die Seitenteile eingelassen. Dafür fräst du mit der Oberfräse und einem 18-mm-Nutfräser schräge Nuten in die Seitenteile. Tiefe: 8 mm, das reicht für eine stabile Verbindung. Verleime die Böden mit Holzleim und fixiere sie mit Schraubzwingen.

An der Vorderkante jedes Zwischenbodens befestigst du eine 15 mm hohe Leiste als Flaschenhalter. Ohne diese Leiste rollen die Flaschen bei Erschütterungen heraus. Die Leiste wird verleimt und optional mit kleinen Stiftnägeln gesichert.
Standard-Weinflaschen (Bordeaux) haben einen Durchmesser von ca. 75 mm und eine Länge von 300 mm. Plane pro Fach mindestens 90 mm Höhe und 310 mm Tiefe ein. Burgunder-Flaschen brauchen 95 mm Höhe.
Design 2: Rautenregal aus Kanthölzern
Das Rautenregal sieht auf den ersten Blick komplex aus, basiert aber auf einem simplen Prinzip: gleichlange Leisten, die in einem 60°-Winkel überkreuzt und verschraubt werden. Das Ergebnis ist ein diamantförmiges Gitter, in dem jede Raute eine Flasche aufnimmt.
Du brauchst Kanthölzer mit ca. 30 × 30 mm Querschnitt. Für ein Regal mit 4 × 5 Rauten (20 Flaschen) benötigst du jeweils neun Leisten in zwei Richtungen, insgesamt 18 Stück à ca. 600 mm Länge. Der Verschnitt hängt von der gewünschten Gesamtgröße ab.
An jedem Kreuzungspunkt bohrst du ein 5-mm-Loch und verschraubst mit einer M5-Schraube plus Mutter. Unterlegscheiben auf beiden Seiten verteilen den Druck und verhindern, dass sich die Schrauben ins Holz ziehen. Das Regal ist zerlegbar, praktisch für den Transport.
| Design | Flaschenkapazität | Schwierigkeit | Material | Kosten ca. |
|---|---|---|---|---|
| Wandregal schräg | 6–12 Flaschen | Mittel (Nuten fräsen) | Buche oder Eiche Leimholz | 30–60 € |
| Rautenregal | 12–30 Flaschen | Einfach (nur Bohren) | Kanthölzer 30 × 30 mm | 20–40 € |
| Stapelbox-System | 6 Flaschen pro Box | Einfach (Zinken optional) | Fichtenholz oder Kiefer | 10–20 € pro Box |
Design 3: Stapelbare Holzboxen
Einzelne Holzboxen, die du übereinander und nebeneinander stapelst, bilden ein modulares Weinregal. Jede Box fasst sechs Flaschen (zwei Reihen à drei). Vorteil: Du kannst das Regal nach und nach erweitern und bei einem Umzug einfach auseinandernehmen.
Maße pro Box: 340 mm breit, 230 mm hoch, 330 mm tief. Die Seitenteile bestehen aus 15-mm-Fichtenholz, der Boden aus 10-mm-Sperrholz. Die Trennleisten zwischen den Flaschen fräst du aus 15 × 40 mm Leisten, sie haben halbrunde Aussparungen (∅ 80 mm), in denen die Flaschen liegen.
Damit die Boxen nicht verrutschen, fräst du an der Unterseite flache Nuten (5 mm tief, 15 mm breit), die auf die Oberkanten der darunterliegenden Box passen. So rasten die Boxen ineinander und bilden ein stabiles Gesamtsystem.

Stapelbare Systeme müssen ab vier Ebenen an der Wand gesichert werden. Verwende L-Winkel oder einen Kippsicherungsgurt. Sechs gefüllte Flaschen wiegen ca. 8–9 kg, bei vier Ebenen lastet ein Gewicht von 35+ kg auf der untersten Box.
Holzwahl und Oberflächenbehandlung
Eiche ist das klassische Weinregal-Holz: robust, schön gemasert, lagerstabil. Buche ist günstiger und ebenfalls geeignet, aber weniger dekorativ. Kiefer und Fichte funktionieren für einfache Designs, sind aber weich und empfindlich gegen Druckstellen.
Für die Oberfläche empfiehlt sich ein natürliches Finish: Leinöl, Tungöl oder Hartwachsöl betonen die Maserung und schützen gegen Flüssigkeiten. Lacke sind bei Weinregalen unüblich und sehen auf rustikalen Designs fehl am Platz. Wenn du einen Used-Look willst, bürste die Oberfläche vor dem Ölen mit einer Drahtbürste, das hebt die Jahresringe hervor.
Bei Regalen im Keller (hohe Luftfeuchtigkeit) verzichte auf Oberflächenbehandlung oder verwende nur ein dünn aufgetragenes Leinöl. Lack und dicke Ölschichten verhindern den Feuchtigkeitsaustausch und können Schimmelbildung begünstigen.
Werkzeugliste und Zeitaufwand pro Design
Für Design 1 (Wandregal mit schrägen Fächern) brauchst du: Kappsäge oder Gehrungssäge, Akkuschrauber, Wasserwaage, 6-mm-Holzdübel und Schablone. Material: 3 laufende Meter 18 mm Leimholz Buche (ca. 25 Euro). Zeitaufwand: 3-4 Stunden inklusive Schleifen und Ölen.

Design 2 (Rautenregal) erfordert: Kappsäge mit 45°-Gehrung, Zwingen, Holzleim und 12 Kanthölzer 34 × 34 × 300 mm aus Fichte oder Kiefer (ca. 15 Euro). Die 45°-Schnitte müssen exakt sein, ein halbes Grad Abweichung summiert sich über die Rautenkette zu sichtbaren Spalten. Zeitaufwand: 2-3 Stunden.
Design 3 (Stapelbare Boxen) braucht nur Stichsäge, Schrauber und 12 mm Multiplex (ca. 20 Euro pro Box). Jede Box fasst 6 Flaschen liegend. Innen mit Filzstreifen (Meterware, 3 Euro) auskleiden, damit Flaschen nicht aneinander schlagen. Zeitaufwand: 1-2 Stunden pro Box.
Wandmontage und Tragfähigkeit
Ein volles Weinregal ist schwerer als die meisten Leute annehmen. Zwölf Flaschen wiegen zusammen ca. 16–18 kg, plus das Regal selbst. Verwende für die Wandmontage entsprechende Dübel: in Beton und Mauerwerk Schwerlastdübel (Fischer SX 10 oder vergleichbar), in Gipskartonwände Hohlraumdübel oder besser direkt in die Ständer schrauben.
Pro Befestigungspunkt solltest du mindestens 15 kg Tragkraft einrechnen. Bei einem 12-Flaschen-Regal empfehlen sich vier Befestigungspunkte. Zeichne die Position vor der Montage mit Wasserwaage und Bleistift an, ein schiefes Weinregal fällt sofort ins Auge.
Freistehende Regale kippen leichter als man denkt. Stelle sicher, dass der Schwerpunkt des vollen Regals innerhalb der Standfläche liegt. Bei schmalen, hohen Regalen hilft eine Kippsicherung an der Wand, ein simpler Metallwinkel reicht.
Sicherheitshinweis
Trage bei allen Arbeiten geeignete Schutzausrüstung. Beachte die Sicherheitshinweise der Werkzeughersteller.
Veröffentlicht durch die WerkstattMagazin-Redaktion. Veröffentlicht am 4. September 2026.
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