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Sideboard bauen: Korpus mit Türen und Schubladen
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Planung: Maße, Proportionen und Materialwahl
Ein Sideboard ist typischerweise 120 bis 200 cm breit, 40 bis 50 cm tief und 75 bis 85 cm hoch. Die Proportionen entscheiden über die Wirkung: breite, flache Sideboards wirken modern und ruhig, schmale hohe eher klassisch. Plane die Inneneinteilung nach Verwendungszweck: Geschirr braucht tiefe Fächer (35 cm), Besteck flache Schubladen (8 cm lichte Höhe), Flaschen hohe Fächer (35 bis 40 cm). Eine gute Aufteilung für ein 160 cm breites Sideboard: links eine Tür mit Einlegeboden, Mitte zwei Schubladen übereinander, rechts eine Tür mit Einlegeboden.
Als Material eignet sich 19-mm-Leimholz (Eiche, Buche oder Nussbaum) oder 19-mm-Multiplex mit Echtholz-Umleimer. Für den Korpus brauchst du: 2 Seitenteile, Deckel, Boden, Mittelwand, Rückwand (5-mm-HDF) und die Fachböden. Für ein 160 x 45 x 80 cm Sideboard aus Eiche-Leimholz rechne mit 3,5 bis 4 m² Plattenbedarf, das kostet bei Eiche ca. 250 bis 350 EUR. Dazu kommen Scharniere (Topfscharniere mit Dämpfung, ca. 5 EUR/Stück), Schubladenauszüge (Vollauszüge Soft-Close, ca. 15 EUR/Paar) und Griffe oder grifflose Push-to-Open-Beschläge.
Korpusbau: Präzision bei den Verbindungen
Der Korpus wird mit Flachdübeln (Lamello Nr. 20), Dübeln (8 mm) oder verdeckten Schrauben verbunden. Flachdübel sind die schnellste Methode: je 3 Flachdübel pro Verbindung (Seitenteil/Boden, Seitenteil/Deckel, Mittelwand/Boden usw.). Die Flachdübelfräse (z. B. Makita PJ7000 ab 200 EUR) schneidet die Schlitze in Sekunden. Ohne Flachdübelfräse bohrst du 8-mm-Dübellöcher mit Dübelbohrer und Anschlag.
Die Reihenfolge beim Zusammenbau: Zuerst die Mittelwand mit Boden und Deckel verleimen und verspannen. Dann die Seitenteile aufsetzen und verpressen. Prüfe die Rechtwinkligkeit vor dem Anziehen der Zwingen durch diagonales Messen: beide Diagonalen müssen gleich lang sein (Toleranz 1 mm). Die Rückwand (5-mm-HDF, in eine 8 x 10 mm Nut eingelassen oder rückseitig aufgenagelt) stabilisiert den Korpus gegen Verwindung und muss exakt rechtwinklig geschnitten sein.
Türen und Schubladen einbauen
Topfscharniere (35 mm Topf) sind der Standard für Möbeltüren. Du brauchst einen 35-mm-Forstnerbohrer für die Topfbohrung. Der Abstand der Topfbohrung von der Türkante beträgt je nach Scharnier 3 bis 5 mm (Anschlag des Scharniers beachten). Pro Tür bis 100 cm Höhe reichen 2 Scharniere, ab 100 cm brauchst du 3. Verwende Scharniere mit integrierter Dämpfung (Soft-Close) für ein hochwertiges Schließverhalten. Blum Clip-Top oder Hettich Sensys (je ca. 5 EUR) sind bewährte Marken.
Schubladen baust du aus 12- oder 15-mm-Material für die Seitenteile und Rück-/Vorderstück, der Boden aus 5-mm-Sperrholz in einer Nut. Die Schubladenfront ist ein separates Brett, das nach der Montage auf die Schublade geschraubt wird. Vollauszüge (z. B. Hettich Quadro mit Silent System, ca. 20 EUR/Paar) montierst du seitlich am Korpus und an der Schublade. Die Auszüge erlauben 100 Prozent Öffnung und tragen je nach Modell 25 bis 50 kg. Achte auf präzise Montage, damit die Front bündig und mit gleichmäßigem Spalt zum Korpus sitzt.
Oberflächenbehandlung und Finish
Schleife den gesamten Korpus mit 180er-Papier, die sichtbaren Flächen mit 240er. Entferne jeden Leimrest vor dem Finish, denn Leim verhindert das Eindringen von Öl und erzeugt helle Flecken. Als Finish eignet sich Hartöl (Osmo TopOil, ca. 28 EUR/0,5 l) für eine natürliche Optik mit seidenmattem Glanz. Trage 2 bis 3 Schichten mit dem Baumwollpad dünn auf, schleife zwischen den Schichten mit 320er-Papier leicht an.
Für ein moderneres Finish mit mehr Schutz gegen Flecken und Abrieb verwende 2K-Parkettlack seidenmatt (z. B. Pallmann Pall-X 98, ca. 45 EUR/0,75 l). Der 2-Komponenten-Lack bildet eine extrem widerstandsfähige Oberfläche und ist für Möbel, die täglich beansprucht werden, die haltbarste Lösung. Zwei Schichten reichen, Zwischenschliff mit 320er-Papier. Trage den Lack mit einer Schaumwalze oder einem Lackierpad für ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Pinselstriche auf.
Sicherheitshinweis
Trage bei allen Arbeiten geeignete Schutzausrüstung. Beachte die Sicherheitshinweise der Werkzeughersteller.
Veröffentlicht durch die WerkstattMagazin-Redaktion. Veröffentlicht am 17. Juni 2026.
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