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Holz weiß lasieren: Pigment-Lasur für skandinavischen Look
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Was weißes Lasieren bewirkt und warum es so beliebt ist
Weißes Lasieren (auch Whitewash oder Kalklasur genannt) legt eine semitransparente weiße Schicht über die Holzoberfläche, durch die Maserung und Struktur durchscheinen. Im Gegensatz zu deckender weißer Farbe bleibt das Holz als natürliches Material erkennbar, wirkt aber heller, moderner und leichter. Dieser skandinavische Look ist seit Jahren einer der meistgefragten Einrichtungsstile und funktioniert besonders gut auf Kiefer, Fichte und Esche.
Die Technik eignet sich für Möbel, Wandverkleidungen, Deckenbalken, Regalbretter und Bilderrahmen. Der Effekt variiert je nach Holzart: auf grobporiger Eiche bleibt mehr Pigment in den Poren und erzeugt einen markanten Kontrast, auf feinporiger Buche wirkt die Lasur gleichmäßiger. Je nach Verdünnungsgrad und Auftragsmenge kannst du von einem kaum sichtbaren Schleier bis zu einer fast deckenden Weißung stufenlos variieren.
Materialien: Welche Lasur du verwendest
Fertige Weißlasuren gibt es von zahlreichen Herstellern: Osmo Dekorwachs 3111 Weiß (ca. 22 EUR/0,375 l) ist auf Hartwachsöl-Basis und lässt sich einfach verarbeiten. Bondex Holzlasur Weiß (ca. 12 EUR/0,75 l) ist wasserbasiert und schnell trocknend. Für den authentischen Kalkfarben-Look mischt du selbst: weißes Kreide-Pigment (Calciumcarbonat, ca. 8 EUR/kg) in verdünntem PVAc-Leim (1 Teil Leim auf 3 Teile Wasser) ergibt eine klassische Kalklasur.
Alternativ funktioniert stark verdünnte weiße Acrylfarbe (1 Teil Farbe auf 3 bis 5 Teile Wasser) als schnelle Lösung. Je stärker die Verdünnung, desto transparenter das Ergebnis. Als Finish über die Lasur trägst du Hartwachsöl, matten Klarlack oder Möbelwachs auf, um die Oberfläche zu schützen und das Anfassen angenehm zu machen. Ohne Finish bleibt die Lasur kreidend und lässt sich mit dem Finger abwischen.
Vorbereitung: Schleifen und Grundierung
Die Holzoberfläche muss sauber geschliffen sein: Körnung 120 für rustikale Optik, 180 für gleichmäßigeres Ergebnis. Nach dem Schleifen wässerst du das Holz vor: trage mit einem feuchten Schwamm Wasser auf und lass es trocknen. Dabei stellen sich die Holzfasern auf. Schleife mit 220er-Papier leicht nach, ohne die aufgestellten Fasern komplett zu entfernen. Dieses Vorwässern sorgt dafür, dass die wasserbasierte Lasur gleichmäßiger einzieht und keine Flecken bildet.
Bei harzreichem Nadelholz (Kiefer, Fichte) entfette die Oberfläche vorher mit Nitro-Verdünnung oder Anlauger. Harzige Stellen nehmen keine Lasur an und erzeugen dunkle Flecken. Bei Eiche oder anderem gerbstoffreichem Holz kann die Lasur durch Gerbsäure-Reaktion gelblich oder bräunlich verfärben. Teste die Lasur deshalb immer an einem Reststück gleichen Holzes. Ein Sperrgrund (Isoliergrund, ca. 15 EUR/0,75 l) verhindert das Durchschlagen von Harz und Gerbstoffen zuverlässig.

Auftragen: Technik für gleichmäßiges Ergebnis
Trage die Lasur mit einem breiten Pinsel, einem Lappen oder einem Schwamm dünn und gleichmäßig in Maserungsrichtung auf. Arbeite zügig nass-in-nass, damit keine Ansätze trocknen. Nach 2 bis 5 Minuten Einwirkzeit (je nach Produkt und gewünschter Intensität) wischst du überschüssige Lasur mit einem sauberen, fusselfreien Baumwolltuch ab, ebenfalls in Maserungsrichtung. Je mehr du abwischst, desto transparenter das Ergebnis.
Für stärkere Weißung wiederholst du den Vorgang nach vollständiger Trocknung (mindestens 4 Stunden, besser 12). Zwei bis drei Schichten ergeben einen deutlich weißen Look, der die Maserung aber noch durchscheinen lässt. Wichtig: jede Schicht vor dem nächsten Auftrag leicht mit 320er-Papier anschleifen, um die Haftung zu verbessern. Das finale Finish (Hartwachsöl, Klarlack oder Wachs) trägst du erst nach der letzten Lasuschicht und deren vollständiger Trocknung auf.
Sicherheitshinweis
Trage bei allen Arbeiten geeignete Schutzausrüstung. Beachte die Sicherheitshinweise der Werkzeughersteller.
Veröffentlicht durch die WerkstattMagazin-Redaktion. Veröffentlicht am 23. Juni 2026.
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